Erbpacht ist keine Option

Das brachliegende Grundstück der ehemaligen Grundschule in Prora soll verkauft werden. Daran hält die Mehrheit der Gemeindevertreter fest, welche während ihrer jüngsten Sitzung einen Antrag der Fraktion der BfB ablehnte, die das Areal als Erbpachtland  zur Verfügung stellen wollte.

Unser Fraktionsmitglied Jürgen Michalski sprach sich für eine Weiterentwicklung des Grundstückes aus und erinnerte gleichzeitig daran, dass es einen konkreten Beschluss der damaligen Gemeindevertretung gibt, der den Verkauf des Grundstückes vorsieht. Er bezeichnete den Antrag als „unwirtschaftlich und populistisch“, denn die Pachteinnahmen kämen nur „kleckerweise“ im Haushalt unserer Gemeinde an.

Die BfB-Fraktion argumentierte, dass mit den jährlichen Einnahmen sämtliche Vorhaben für die Gemeinde finanziert werden könnten. Dass diese Idee eine Milchmädchenrechnung sei, wurde durch den anwesenden Amtsleiter Finanzen wie folgt begründet: Der Kämmerer der Gemeindeverwaltung, Axel Behrens, rechnete den Anwesenden vor, dass mit der Vergabe des Grundstücks als Erbpachtland überwiegend negative Folgen für die Gemeinde entstünden. Das Grundstück ist circa 8500 Quadratmeter groß, es könnten maximal 17 Parzellen à 500 Quadratmeter verpachtet werden. Jedes dieser Grundstücke würde eine Jahrespacht von 2400,00 Euro erzielen, was zusammengerechnet eine Jahrespacht von 40 800 Euro für die Gemeinde bedeuten könnte. Die Pächter hätten somit nach 99 Jahren Laufzeit 237600,00 Euro bezahlt, ohne dass sie das Grundstück schlussendlich ihr Eigen nennen können.

Die eindeutigen Nachteile der Erbpachtvariante seien sowohl für die Gemeinde als auch für die Pächter viel zu groß. Mit einer Mehrheit von zehn zu fünf Stimmen wurde der Antrag der BfB abgelehnt. Über weitere Entwicklungen werden wir Sie auf dem Laufenden halten.

Ihr Pro-Binz-Team

Quellen:
Gemeindevertretersitzung vom 15.09.2016 und Ostsee-Zeitung 17.09.2016

In eigener Sache

Als „jüngste“ Wählergemeinschaft im Ostseebad Binz/ Prora gelang es uns bei der Wahl 2014 gleich mit 6 Vertretern politische Verantwortung für die Gemeinde zu übernehmen. Zusätzlich kamen auch aus anderen politischen Gruppierungen neue unerfahrene Vertreter im Gemeindeparlament dazu. Das sorgte anfangs für viel Unruhe und Kommunikationsbedarf in den verschiedensten Gremien. Viele der neuen Vertreter wurden vom Umfang der plötzlich in der Freizeit vor ihnen stehenden Aufgaben regelrecht überrollt, da nicht nur allein die Gemeindevertretung zu besetzen war, sondern auch die Arbeit in den Ausschüssen umgesetzt werden musste.

Leider mussten auch wir feststellen, dass sich nicht alle Ziele innerhalb einer Wählergemeinschaft auch zu einem einheitlichen Ergebnis umsetzen lassen. Selbst menschliche Differenzen zeigten sich als unüberwindlich Weiterlesen „In eigener Sache“