Pro-Binz will Bürgern Gefühl der Ohnmacht nehmen!

Im Ostseebad gibt es eine neue Wählergemeinschaft. Von der namensgleichen als rechtsextrem eingestuften pro-Deutschland-Bewegung distanziert sich die Gruppe. Binz – Der Kommunalwahlkampf wird eingeläutet: Nach Göhren hat nun auch Binz eine neue politische Kraft, die beim nächsten Urnengang antreten will. 20 Bürger des Ortes, darunter auch Bürgermeister Karsten Schneider, haben im größten Ostseebad der Insel die Wählergemeinschaft Pro-Binz gegründet. Über ihre Motivation und Wünsche redet Sprecher Dietrich Tomschin im OZ-Interview.
Ostsee-Zeitung: Warum braucht Binz noch eine neue Wählergemeinschaft?
Dietrich Tomschin: Wir verstehen uns als parteiunabhängige Wählergemeinschaft, welche sich aufgrund neuer Vorstellungen gegründet hat. Nach vielen Gesprächen zu kommunalpolitischen Fragen ist die Idee der Gründung dieser Wählergemeinschaft in einem demokratischen Prozess entstanden, denn es gibt zu wenig Schnittmengen mit den anderen Parteien und Wählergruppierungen. Unsere Ideen und Vorschläge lassen sich nur über neue Strukturen realisieren. Denn wir wollen erreichen, dass die Binzer Bürger sich aktiv mit uns zusammen an der Kommunalpolitik beteiligen, damit deren Interessen besser als bisher vertreten werden.
Ostsee-Zeitung: Sind Sie ein Ableger der Pro-Bewegung, die als rechtsextremistisch und verfassungsfeindlich eingestuft wird?
Dietrich Tomschin: Nein, wir haben nichts mit der pro Deutschland Bewegung zu tun.
Ostsee-Zeitung: Wer und wieviele sind Sie?
Dietrich Tomschin: Unsere Wählergemeinschaft setzt sich gegenwärtig aus 20 Bürgern verschiedenster Berufsgruppen, jeden Alters und unterschiedlichster Schichten zusammen. Uns verbindet ein gemeinsames Ziel – uns für die Weiterentwicklung unserer Gemeinde einzusetzen. Hinzu kommen noch zahlreiche interessierte Einwohner.
Ostsee-Zeitung: Wie sind Sie zusammengekommen?
Dietrich Tomschin: Einzelne diskutierten über kommunalpolitische Fragen und fanden einen gemeinsamen Nenner. Im Februar trafen sich interessierte und beschlossen, aktiv zu werden und eigene Ideen einzubringen.
Ostsee-Zeitung: Was wollen Sie bewirken, was ist Ihr Wahlprogramm?
Dietrich Tomschin: Die Mitstreiter von Pro-Binz stehen für ein intensives Miteinander aller Binzer Bürger und denen, die hier arbeiten, ein Unternehmen führen oder im Ostseebad ihre neue Heimat gefunden haben. Ganz besonders Kinder, Jugendliche und die Senioren liegen uns am Herzen. Unser Wahlprogramm ist breit gefächert und umfasst alle Gebiete der Kommunalpolitik, wie zum Beispiel den sozialen, touristischen, baulichen oder verkehrstechnischen Bereich. Binz braucht dringend bezahlbaren, seniorenfreundlichen und behindertengerechten Wohnraum. Auch ist es notwendig, das Verkhrskonzept weiter zu entwickeln: Dazu gehört unter anderem der Ausbau des Radwegenetzes und die Beseitigung von Parkplatzproblemen. Als Saisonverlängernde Maßnahme können wir uns unter anderem die Entwicklung des Kurwesens vorstellen. Nicht zuletzt setzen wir uns unter anderem für den Bau einer Multifunktionshalle ein, die für alle Binzer zugänglich sein soll.
Ostsee-Zeitung: Wo drückt Ihrer Meinung nach der Schuh in Binz?
Dietrich Tomschin: Unserer Meinung nach sollte die Hauptsatzung so geändert werden, dass der Bürger die Möglichkeit hat, sich vor der Beschlussfassung zu einem bestimmten Sachverhalt zu äußern, sodass er nicht vor vollendete Tatsachen gestellt wird. Bisher darf er keine Fragen stellen zu einem Tagesordnungspunkt, über welchen in derselben Sitzung abgestimmt wird. Das führt zu dem Gefühl einer gewissen Ohnmacht des Bürgers. Im Mittelpunkt unserer Bemühungen stehen die Bürger aus Binz und Prora mit Ihren kommunalpolitischen Interessen. Daher stammt auch der Name, der durchaus doppeldeutig zu verstehen ist: Einerseits wollen wir uns für den Ort engagieren, andererseits ist es dringend notwendig, dass die Entwicklung Proras stärker forciert wird. Außerdem sollte ein zügelloses Bauen von Ferienwohnungen in Binz verhindert werden, damit keine Überkapazitäten von freien und leerstehenden Wohnungen entstehen. Wir setzen uns für den Schutz von kommunalen Eigentum ein. Auch möchten wir mehr Möglichkeiten der aktiven Freizeitgestaltung der Binzer schaffen.
Ostsee-Zeitung: Wer ist im Vorstand?
Dietrich Tomschin: Vorerst haben wir einen kommissarisch gewählten Vorstand, der aus folgenden Mitgliedern besteht: Vorsitzende ist Heike Reetz, Stellvertreter ist Mario Böttcher, Verantwortlicher für Finanzen ist Jürgen Michalski und Pressesprecher bin ich, Dietrich Tomschin.
Bisher sechs „Fraktionen“
17 Volksvertreter hat die Gemeinde Binz. Die CDU sitzt mit vier Männern und einer Frau in der Gemeindevertretung, ebenso viele Sitze hat die Wählerinitiative „Für Binz“. Die Partei Die Linke hat drei Sitze, die SPD zwei, FDP und Förderkreis Binz jeweils einen Sitz.

Gruppenbild Pro-Binz 2013
Gruppenbild Pro-Binz 2013